Mit 40 Paar Schuhen zurück zur Normalität

Gruppe von buddhistischen Nonnen lächelnd
Die Nonnen grüßen herzlich!

„Norboo la- was gibt es Neues in Wakha?“ fragten wir vor einigen Tagen per WhatsApp in den fernen Himalaya. Die Antwort aus Indien kam postwendend: Alles in Ordnung! Den Nonnen geht es gut! Sie sind alle bei guter Gesundheit und gehen ihrem gewohnten Leben nach. Ein paar Fotos, einige Impressionen des Klosters und ein kurzer Filmausschnitt einer Gebetspraxis untermalen die guten Neuigkeiten. Gutgelaunt strahlen die Ordinierten in die Kamera.

„Norboo la!“ fragen wir weiter „Auf dem Video sehen wir aber nur ein paar der etwa 50 Nonnen insgesamt. Sind denn die anderen schon wieder alle wieder an der Uni in der Hauptstadt? Wie ist die Covid19-Situation?“

Wieder kommt die Antwort prompt. Das Leben in Ladakh sei nun wieder fast genauso, wie es vor 2020 war, erzählt Norboo. Die Schulen und Universitäten haben geöffnet und der Unterricht findet wieder in Präsenz statt.

Nonnen schenken Tee aus
Teepause am Kloster

Sehr schön! Zwar bedeutet dies für das Nonnenkloster, dass nun nur noch die ganz jungen und älteren Nonnen vor Ort in Wakha sind, weil die „mittleren“ am Zentrum für höhere buddhistische Studien nahe der Hauptstadt Leh studieren. Aber selbstverständlich ist es für die jungen Frauen sehr wichtig, ihren Wissensdurst zu stillen und die höchstmögliche Ausbildung zu erhalten – und ganz besonders bedeutsam ist dies nach der langen Zeit des Lockdowns und des Unterrichtausfalls an Schulen und Universitäten!

Einige Ordinierte bewerben sich nach ihrer Ausbildung in Ladakh an anderen Klöstern in Indien (etwa am Nonnenkloster von Mundgod in Südindien), um noch höhere philosophische Abschlüsse zu erreichen. Andere kehren in ihre Heimatdörfer oder nach Wakha zurück und unterstützen die buddhistischen Zentren vor Ort in ihren vielfältigen Aufgaben. Als ausgebildete religiöse Spezialistinnen führen sie Rituale für Kranke oder Sterbende durch, segnen Häuser und Lebewesen oder beraten bei sozialen und spirituellen Lebensfragen.

Gebäude mit buddhistischer Fahnenstange in der Mitte
Impressionen aus dem Nonnenkloster 2022

Es freut uns sehr, dass uns die Nonnen immer wieder Einblicke in ihren spirituellen Alltag gewähren! Bereits 2020 und 2021 schickten sie uns kurze Filme, in welchem sie auf all unsere neugierigen Fragen eingingen: Wie sieht das Kloster heute aus? Die Klassenräume? Die Schlafsäle? Die Küche? Wie hat alles begonnen? Manchmal berichten auch Patinnen selbst von ihren Reisen in das entlegene Kloster und diesen sehr besonderen Begegnungen.

Gruppe von Nonnen lachend

Seit fast schon 30 Jahren unterstützt das tibetische Zentrum das Nonnenkloster im Westen von Ladakh und seitdem hat sich so vieles zum Besseren hin verändert: Die freien Spenden, die „Winterhilfe“ und unzählige Einzelpatenschaften fördern die Ausbildung und das Leben der Nonnen und sorgen gleichermaßen für die soziale Entwicklung in der Region, denn viele junge Mädchen erhalten im Kloster eine Grundbildung, die sich die ärmliche Bevölkerung sonst häufig nicht für ihre Kinder leisten könnte.

Erhalten wir die Quittungen der jährlichen Ausgaben wird sehr deutlich, wie essentiell die Spenden verwendet werden: So wurden in 2021 z.B. 40 Paar Winterschuhe, 40 warme Decken, Feuerholz, Kerosinöl, Gas und Küchenutensilien gekauft. Zudem Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Medikamente und für die rituellen Bedürfnisse des Ordens Gebetsbücher, Glücksschals, Räucherstäbchen und Opfergaben. Ist es nicht wunderbar sich vorzustellen, dass einige der Schuhe nun „zurück zur Normalität“ in die Universität von Leh laufen können?

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern für Ihre heilsame Unterstützung und verbleiben mit herzlichen Grüßen der Nonnen und dem ladakhischen Grußwort JULLEY! welches ähnlich wie das tibetische TASHI DELEK „Hallo“ „Tschüss“ und natürlich „Glück und Segen“ bedeutet.

Danke für's Teilen:

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