Besuch bei den Nonnen- ein Reisebericht aus Ladakh

Besuch bei den Nonnen- ein Reisebericht aus Ladakh

Nonnen Ladakh Wakha Tibet.de
Einige Nonnen des Klosters Wakha/Ladakh

Einige Klöster aus den Projekten der Flüchtlingshilfe sind äußerst abgelegen und sehr schwer zu erreichen. Deshalb sind Berichte aus „erster Hand“ umso kostbarer, insbesondere, wenn es sich um solch aufmerksame und ausführliche Berichte, wie der nun Folgende handelt. Ulla G. ist eine langjährige Unterstützerin des Nonnenklosters Wakha und nutzte die Reise nach Ladakh, um „ihre“ Patennonne einmal persönlich zu besuchen!

Lesen Sie hier ihren spannenden Reisebericht, der sicherlich nicht nur die anderen Patinnen und Paten des Klosters sehr interessieren wird…

„Wir kamen dort am späten Nachmittag an, nach einem langen und recht gefährlichen Weg. Die Straße war in einem sehr schlechten Zustand, es hatte stark geregnet und unser Fahrer fürchtete Steinschlag. Es ging mitten durch die Berge. Wir hatten Lebensmittel mitgebracht, die wir ca. 20 km vor dem Kloster in einem kleinen Ort kaufen konnten. Das Kloster war baulich für die Verhältnisse in Ladakh in recht gutem Zustand aber offensichtlich sehr arm. Es gibt, glaube ich, mittlerweile 3 kleine Gästezimmer, die sehr, sehr einfach ausgestattet sind. Es gibt ein Gäste-Plumpsklo und ein damals nicht funktionsfähiges Bad, das aus einem Raum mit Wasserschlauch bestand. Auf dem Hof war ein kleiner Wassertank.

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Die jüngsten Mädchen beim Lernen

Vor einem Jahr gehörten zu dem Kloster knapp 50 Nonnen zwischen 4 und ich glaube die Äbtissin war über 70. Einige Nonnen waren damals in Leh, andere bei ihren Familien bzw. wurden in ein Dorf gerufen, um Rituale auszuführen. Als wir ankamen waren die Nonnen vor Ort – auch die Alten – zusammen mit einigen Dorfbewohnern dabei, per Handarbeit eine Toilette zu bauen während es ununterbrochen regnete.

Dies wurde notwendig, da sie einen kleinen Kindergarten eröffnet haben, um Dorfkinder deren Eltern sehr arm sind, tagsüber zu beschäftigen, damit die Eltern arbeiten können. Eine der Nonnen ist Lehrerin und die kleinen Nonnen lernen im Kloster lesen, schreiben und Englisch.

Das Kloster nimmt Dorfmädchen als Nonnen auf, um die Eltern zu unterstützen, die die Kinder nicht richtig ernähren können. Die Kleinste war wahrscheinlich 4.

Es gibt nach wie vor kein fließendes Wasser im Kloster. Alles muss entweder vom Fluss geholt und in den Tank gefüllt werden oder kommt aus einer kleinen Quelle, die sich in einer winzigen betonierten Bodenvertiefung auf dem Klosterhof befindet. Hier wird auch alle Wäsche der Nonnen gewaschen.

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In der Klosterküche

Es gibt einen etwas größeren Raum mit Tisch, wahrscheinlich um Gäste zu empfangen mit Postkarten offenbar einiger Sponsoren. Die Nonnen selbst essen in einem winzigen Raum mit kleinem Holzofen und – wenn alle da sind- in Schichten. Eines der Bilder das ich geschickt habe zeigt die Küche mit den Vorräten für alle. Jeweils 2 Nonnen kochen ich glaube für 2-4 Wochen für alle.

Einige Nonnen lernen in Leh und sind deshalb immer wieder für längere Zeiträume weg. Außerdem fahren die Nonnen zu größeren buddhistischen Feiertagen v.a. nach Leh, um daran teilzunehmen.

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In der Klosterküche

Die Nonnen leben in kleinen Räumen zu zweit, die auf Stelzen auf dem Klostergelände stehen. Der Boden besteht aus Bambus und wenn man hinaufsteigt und in den Räumen steht, wackelt alles. Im Winter ist es dort bestimmt sehr kalt und zugig.

 

Meine Patennonne hatte den Boden mit Tüchern ausgelegt, es gab für beide Nonnen Matratzen, die aufgerollt im Zimmer standen, einen kleinen Altar und eine kleine Ecke mit Küchenutensilien, um Tee zu kochen.

Die Nonnen haben sich sehr über unseren Besuch gefreut. Sie konnten es gar nicht fassen, dass eine Sponsorin vorbeigekommen ist und ich musste immer wieder das Bild meiner Patennonne auf dem Handy zeigen. Das hatte ich zum Glück dabei.

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Nonnen aus dem Kloster Wakha/ Ladakh

Alle wollten mit uns reden, zum Glück konnten die Jüngeren ein bisschen englisch. Wir durften an den Abendrezitationen teilnehmen und mitessen. Es wurden viele Bilder von und mit uns gemacht und ich habe jetzt die Handynummer einer der Nonnen. Und WhatsApp sei Dank können wir Kontakt halten.

Die Äbtissin hat mit uns gesprochen und uns immer wieder für die Spenden gedankt, die allen im Kloster zugutekommen. Das haben die anderen auch immer wieder gesagt wie froh und wie dankbar sie sind.

Das hat mich schon fast beschämt und ich habe letztes Jahr einen ziemlich aufwendigen Versuch gestartet dort eine weitere Spende zu platzieren. Jetzt weiß ich mit welchen Schwierigkeiten sie zu tun haben.“

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Das Nonnenkloster Wakha/Ladakh

Wir sind sehr glücklich, dass wir – dank Ihrer Hilfe- jedes Jahr eine Extrasumme für die „Winterhilfe Wakha“ überweisen können. Der Bericht von Frau G. hat uns deutlich gezeigt, wie notwendig unsere Unterstützung gebraucht wird.

In diesem Jahr würden wir deswegen gerne einen größeren Betrag für die Anschaffung von z.B. dicken Teppichen, Matratzen und Decken gegen die empfindliche Kälte im Winter aufbringen wollen. Bitte helfen Sie!

 

 

Spendenkonto:

Tibetisches Zentrum Flüchtlingshilfe

IBAN: DE02 4306 0967 0030 5939 03

BIC: GENODEM1GLS, GLS Bank

Stichwort: Nonnenkloster Ladakh Wakha

Frau G. schreibt weiter:

„Die Nonnen aus dem Kloster freuen sich sehr über das Interesse und bedanken sich für die Unterstützung. Sie würden sich sehr über weitere Sponsoren freuen. Das gespendete Geld kommt allen im Kloster zugute.

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Die Nonnen studieren teilweise auch in der Hauptstadt Leh

Im Vergleich zu früher sind die Zustände dort bestimmt viel besser geworden. Immerhin können die Nonnen kleine Mädchen aufnehmen, deren Eltern es sich finanziell nicht leisten können, die Mädchen gut bei sich aufwachsen zu lassen.

 

Die kleinen Nonnen waren auch in die Abendrituale eingebunden und haben sich sehr geduldig und sehr ernsthaft bemüht, die richtigen Handgriffe auszuführen.

 Die Nonnen schätzen auch den Rinpoche, der in Indien lebt und der das Kloster unter seiner Fittiche hat sehr, weil ihm das Los der Nonnen so wichtig ist und sie deshalb Unterstützung finden konnten. Ich finde es z.B. auch toll, dass einzelnen Nonnen eine Ausbildung in Leh ermöglicht wird.

Im Vergleich zu den Mönchsklöstern in Ladakh sind die Frauenklöster aber weiter arm und die Nonnen müssen nicht nur in Wakha auch weiterhin schwere, körperliche Arbeit beim Bau und auf dem Feld verrichten.“

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Nonnen während eines Rituals/ Rezitationen

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Spenderinnen und Spender,

die tibetischen Klöster in Indien sind Stätten von großer geistiger Kraft und intensiver geistiger Schulung.

Besonders in der heutigen Zeit, in der die Menschheit eine Kultur des „friedfertigen Geistes“ entwickeln muss um ihr Überleben zu sichern, sind diese Klöster von unermesslicher Bedeutung. Bitte unterstützen Sie diese wichtige Arbeit durch Ihre Spende!

Für Fragen stehen wir Ihnen jederzeit unter Tel.: 040/ 644 922 06, oder per Mail: flh@tibet.de zur Verfügung. Vielen Dank!

 

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